Mich und meinen Papa beschäftigen gerade die Themen Untersaaten, Erosionschutz, Bodengesundheit viel.
Da stellen sich fragen zu Säetechnik, Möglichkeiten der Kulturregulierung, Ernte und Entfernung der Untersaat.
Sind diese Fragen geklärt, müssen wir schauen, wie wir die nötigen Maschinen verwenden können (Mieten, Kaufen,…) und dann können wir mit Versuchen starten.
Generell bleibt wenig Zeit über unsere Arbeit zu berichten, wenn du spezielle Fragen hast, frag uns einfach.
lg Gerald
Schlagwort: Pichl bei Wels
Verfügbarkeit erneuerbare Energie
Energiequelle | Verfügbarkeit Qualitativ | Verfügbarkeit Quantitativ | Beispiel Daten für Pichl |
---|---|---|---|
Sonne | tagsüber verfügbar. im Sommer mehr als im Winter | Das PVGIS Tool stellt Bestrahlungsdaten von 2005 bis 2020 in stündlicher Auflösung zur Verfügung. Die räumliche Auflösung ist 0.05° x 0.05° (~ 5 km). https://hydro.ooe.gv.at/#/overview/Wasserstand/station/16540/Pichl%20bei%20Wels%20(Geisensheim)/Wasserstand?period=P7D | Bestrahlungsstärke 2005 |
Wind | im Winter etwas mehr | Das PVGIS Tool liefert auch Windgeschwindigkeiten 10m über dem Boden und die Windrichtung. | typisches meteorologisches Jahr |
Wasser | relativ konstant, etwas mehr im Frühjahr, etwas weniger nach langer Trockenheit | Wasserstand Innbach | Wasserstand_Jahr |
Biomasse | speicherfähig | – |
Zum 28.7.2022 steht eine Engpassleistung von 1.7MW zur Verfügung.
Den Großteil (1661kW) des Leistungspotentials stellen PV Anlagen und 41kW Kleinwasserkraftwerke.
Quelle | Engpassleistung [kW] | Engpassleistung in % | Eingespeiste Leistung ins öffentliche Netz 2021 (oder nur Oemag?) [kWh] | Eingespeiste Leistung ins öffentliche Netz 2021 (oder nur Oemag?) % |
Kleinwasserkraft | 41 | 2.4 | 51055 | 9.86% |
Photovoltaik | 1661 | 97.6 | 466768 | 90.14% |
Erneuerbare gesamt | 1702 | 100 | 517823 | 100% |
Interessant ist das 2021 nur knapp die Hälfte von 2020 ins öffentliche Netz eingespeist wurde. Ist der Eigenverbrauch so gestiegen oder war der Verbrauch durch die Lockdowns 2020 so gering, oder was anderes oder eine Mischung daraus?
Datenquelle: Anlagenregister der E-Control
Windenergie




Bei Beachtung der rechtlichen Bedingungen zum Aufstellen von Windrädern kann man in Pichl bei Wels aufgrund der Abstandsbestimmungen nur Windkraftanlagen bis 30kW errichten.
Für einen schnellen Überblick über mögliche Standorte kann man das Puffer Feature von Doris benutzen und sich eine Karte generieren.
Wie das geht, kannst du dir in folgendem Video ansehen.
Eine Karte von Pichl und 100m Abstand zu allen Adressen kannst du als Pdf herunterladen. (Genau genommen müsste man 100m zu Baulandwidmungsflächen einhalten, das schafft Doris aber nicht vollständig für ein so großes Gebiet). Auf den nicht grün schraffierten Flächen sind kleine Windräder bis 30kW möglich, falls sonst keine Bestimmungen dagegen sprechen.
Leistung | Rotordurchmesser | Nabenhöhe | Quelle |
5kw | 5m | 10m | Braun Windturbinen |
10kW | 8m | 18m | Patrick Jüttemann |
30kW | 20m | 30m | Windual |
Errichten wir 33 solcher Kleinwindkraftanlagen mit 30kW und laufen diese ca. 1000h pro Jahr mit Volllast (ein Jahr hat ca. 8700h) könnten wir 1 GWh elektrische Energie erzeugen. Der Gesamtenergiebedarf in Pichl (elektrisch + thermisch + Prozessenergie) liegt bei 64 GWh, somit könnten wir ca. 1.5% des derzeitigen Verbrauchs decken.
Wasserkraft

physikalische Größe | Wert | Einheit | Quelle oder Formel |
Durchflussmenge | 0.83 | m³/s | https://de.wikipedia.org/wiki/Innbach#cite_note-hydr_jb-2 |
Dichte Wasser | 1000 | kg/m³ | https://de.wikipedia.org/wiki/Wasser |
Erdbeschleunigung | 9.81 | m/s² | https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerefeld#Erdschwerefeld |
Höhenunterschied Krottendorf – Inn | 41 | m | ![]() ![]() |
Wirkungsgrad | 0.8 | 1 | Wirkungsgrad Hydraulisch * Wirkungsgrad Turbine * Wirkungsgrad Generator (Quelle: Elektrische Anlagen Unterricht HTL Wels) |
Leistung | 267 067 | W | P = Durchflussmenge * Dichte * Erdbeschleunigung * Höhendifferenz*Wirkungsgrad |
Energie pro Jahr | 2341177 | kWh/a | E = P * Zeit oder E = m*g*h = Durchflussmenge * Zeit * Dichte * Erdbeschleunigung * Höhendifferenz |
Pro Jahr könnte die Wassermenge die durch den Innbach in Pichl fließt maximal ca. 2.3 GWh elektrische Energie (die man in andere Energieformen umwandeln kann) erzeugen. Der Gesamtenergiebedarf (elektrisch + thermisch + Prozessenergie) liegt bei 64 GWh. Der Innbach kann also ca. 3.5 % des derzeitigen Verbrauchs decken. Praktisch kann man die 41m nicht aufstauen, eher kann man die Staustufen alter Mühlen wieder aktivieren, dann kann man geschätzt gut 0.3% des Energieverbrauchs Pichls decken.
Photovoltaik

1.Ansatz:
Pichl hat ca. 38 ha Baufläche.
Geht man davon aus das man die Hälfte davon mit PV Modulen bedecken kann, könnte man 31 GWh elektrische Energie erzeugen.
Berechnung:
spezifische Einstrahlung = 1036 kWh/m² pro Jahr (Quelle PV-Rechner)
PV-System-Wirkungsgrad = 16% (geschätzt: Modulwg.*Wechselrichterwg.*Netzwg.)
Energie = Fläche * spezifische Einstrahlung * Wirkungsgrad
Energie = 380 000 m² / 2* 1036 kWh/m² * 0.16 = 3.1*10^7 kWh = 31 GWh
31 GWh / 64 GWh = 48 % des derzeitigen Gesamtenergiebedarfs.
2.Ansatz:
Dankenswerterweise hat mir die Klima- & Energie-Modellregion Mostlandl-Hausruck die Datengrundlagen des Solarkatasters zur Verfügung gestellt.
Würden alle geeigneten (bzgl. Bestrahlung) Dachflächen der Gebäude in Pichl bei Wels mit PV-Modulen mit 320Wp (Abmessung 170x102cm) belegt werden, könnte man 47601kWp installieren. Da in der Regel 1kWp in unseren Breiten 1000kWh erzeugt, könnte man in Pichl 47 GWh erneuerbaren Sonnenstrom produzieren.
47 GWh / 64 GWh = 73 % des derzeitigen Gesamtenergiebedarfs.
In Pichl könnte man ca. 50 GWh elektrische Energie erzeugen und diese in viele gewünschte Energieformen umwandeln.
Die Abwärme von Biomasseblockheizkraftwerken von 5 GWh könnte man zum Heizen, Trocknen oder auch zum Aufbereiten von Kühlmitteln verwenden.
Die erwärmte Luft unter PV-Modulen könnte man ebenfalls zum Trocknen verwenden.
Ressource | Potential elektrischer Energie | Bereits ausgebaut | Potential anfallender Abwärme (bedingt nutzbar) |
---|---|---|---|
Sonnenlicht (Dachflächen) | 47 GWh | 3 % | 150 GWh |
Biomasse (Wald) | 2 GWh | nicht bekannt | 5 GWh |
Wind (~1000m² für Masten und Nebenanlagen benötigt) | 1 GWh | 0 % | – |
Wasser | 0.25 GWh | 80 bis 100 % | – |
Geothermie | nicht evaluiert | nicht evaluiert | nicht evaluiert |
Abfälle | nicht evaluiert | nicht evaluiert | nicht evaluiert |
Gesamt | 50.25 GWh | – | 155 GWh |
Dem Potential steht ein Bedarf von ca. 64 GWh Endenergie pro Jahr gegenüber.
Obwohl der Endenergiebedarf größer als das Potential elektrischer Energie ist, ist die Frage, ob man Pichl mit 100% erneuerbarer Energie bilanziell versorgen kann, noch nicht beantwortet. Wärmepumpen können z.B. Mithilfe von elektrischer Antriebsenergie der Umgebung Wärme entziehen und einem Wohnraum zuführen und elektrische Antriebe + Akkus haben eine höhere Effizienz als Verbrennungsmotoren (Mobilität).
Die Angleichung von Bedarf an die Verfügbarkeit erneuerbarer Energie ist wohl die größte Herausforderung in Zukunft, aber ich bin zuversichtlich das wir das schaffen, wenn alle ein Stück dazu beitragen.
Biomasse

Wald
Pichl hat ca. 441 ha Waldfläche.
Pro Hektar wachsen in OÖ 10 Vorratsfestmeter (vfm) Holz pro Jahr zu.
Daher stehen jährlich 10*441= 4410 vfm zum Ernten zur Verfügung.
Berücksichtigt man die Ernteverluste von etwas 20% bleiben 3528 Erntefestmeter (efm) über.
Energetisch werden ca. 50% des Holzes genutzt, die andere Hälfte wird als Bauholz etc. verwendet.
Der Energiegehalt (Heizwert) pro Schüttraummeter (srm) Hackgut beträgt etwa 800kWh. 1 efm = 2.5 srm.
Daher steht für Pichl ca. 3528*2.5*800 = 7 050 000 kWh = 7.05 GWh Wärmeenergie zur Verfügung.
Das sind ca. 11% des Gesamtenergieverbrauchs von Pichl bei Wels.
Energieverbrauch Pichl bei Wels
Die Boku schätzt auf Basis der räumlichen Struktur der Gemeinde den Endenergieverbrauch von Pichl auf 64 GWh pro Jahr.
Quelle: https://www.energiemosaik.at/portfolios
Das Potential von nicht konkurrierenden Ressourcen schätze ich auf ca. 50 GWh elektrische Energie pro Jahr. Ob sich der Endenergiebedarf damit decken lässt, hängt von vielen Faktoren ab und ist nicht auf die schnelle zu beantworten. Zeitliche Verfügbarkeit, Speichermöglichkeiten, benötigte Endenergieform etc. spielen eine Rolle.